Frauenlob IV

 

 

Minenräumboot 28. Juli 1919 - 1949 (Abgewrackt)

 

Das Boot wurde noch während des Ersten Weltkriegs 1918 bei der Frerichswerft in Einswarden auf Kiel gelegt. Es lief dort am 28. Juli 1919 als Minensuchboot M 134 vom Stapel und wurde am 19. März 1920 von der Reichsmarine in Dienst gestellt. Ursprünglich sollte es als Vermessungsschiff in Dienst gestellt werden. Das Boot hatte eine Länge von 57,80 m in der Wasserlinie und 59,30 m über Alles, war 7,30 m breit und hatte 2,20 m Tiefgang. Die Wasserverdrängung betrug 506 t (Standard) bzw. 535 t (maximal). Die Bewaffnung bestand aus zwei 10,5-cm-Geschützen L/45, und bis zu 30 Minen konnten mitgeführt werden. Zwei 3-Zylinder-Dreifach-Expansions-Dampfmaschinen mit zusammen 1750 PS und zwei Schrauben ermöglichten eine Höchstgeschwindigkeit von 16,0 Knoten. Der Bunkervorrat von 130 t Kohle ergab einen Aktionsradius von 2000 Seemeilen bei 14 Knoten Marschgeschwindigkeit. Die Besatzung bestand aus 40 Mann.

 

Das Boot war von seiner Indienststellung am 12. März 1920 bis zum 10. September 1920 Führungsboot der II. Nordsee-Minensuchflottille, kam dann erst zur VI. und danach zur III. Flottille. Im Mai 1921 räumte M 134 in der Cola Bucht Minen. Hierbei wurde es von russischen Küstenbefestigungen unter Feuer genommen. Diese wurden aber von den Geschützen des Bootes zum Schweigen gebracht. Ab dem 30. September 1922 fuhr M 134 als Tender und Fischereischutzboot. Am 11. März 1928 taufte man             M 134 um in "FRAUENLOB", zu Ehren des in der Skagerrakschlacht am 31. Mai 1916 untergegangenen Kleinen Kreuzers SMS Frauenlob. Am 1. Juni 1928 erhielt das Boot die offizielle Bezeichnung „Stationstender“. Jetzt wurde sie zu Belehrungsfahrten, Brieftauben- und Zeitfahrten benutzt.

 

Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde das Boot am 3. September 1939 mit seiner früheren Nummer M 134 wieder zum Minensuchboot umklassifiziert und der aus zehn alten Booten des Typs Minensuchboot 1916 neu aufgestellten 4. Minensuchflottille zugeteilt, die Minen- und Geleitdienst in der Nordsee durchführte. Das Boot nahm am 9. April 1940 an der Besetzung Dänemarks teil, als die 4. Minensuchflottille als Teil der sogenannten „Kriegsschiffgruppe 11“ Heerestruppen in Thyborøn am Westausgang des Limfjords anlandete. Danach war M 134 mit der 4. Flottille in Norwegen im Einsatz. Am 9. Mai 1940 wurde das Boot bei einem Angriff der Royal Air Force vor Bergen durch eine Fliegerbombe versenkt. Es wurde gehoben, repariert und wieder in Dienst gestellt. Am 1. Oktober 1940 wurde es, wie alle Boote seiner Klasse, mit einer neuen Nummer versehen und war nunmehr M 534.

 

 Vom 15. April bis 31. Oktober 1941 wurde das Boot auf der Mützelfeldtwerft in Cuxhaven zum Räumbootbegleitschiff umgebaut und dann mit dem Namen Jungingen (zu Ehren des ehemaligen Deutschordens-Hochmeisters Konrad von Jungingen) der im Januar 1942 aufgestellten 8. Räumbootsflottille zugeteilt.

 

Am Morgen des 27. September 1943 wurde die Jungingen bei einem Angriff britischer Motorkanonenboote (MGBs) und niederländischer Motortorpedoboote (MTBs) auf einen deutschen Geleitzug im Ärmelkanal bei Berck auf Position NKoordinate: 50° 28 4, 1° 27 1 OKoordinaten: 50° 28 4 N, 1° 27 1 versenkt; 23 Mann der Besatzung kamen ums Leben.

 

Anfang 1945 wurde es erneut geborgen und Instandgesetzt. Das Boot fuhr von Mai 1945 bis 1947 unter amerikanischer Flagge mit deutscher Besatzung bei der GMSA (German Minesweeping Administration). Im Jahr 1949 wurde es außer Dienst gestellt und abgewrackt.

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© Mark Bergemann